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Demo gegen G7-Gipfel

Drei Borkener gegen die Politik der Mächtigen in dieser Welt

Rechts im Bild die drei Borkener.

Ein Erlebnisbericht von der Demonstration gegen die G 7-Finanzminister vom 10. Februar in Essen:

K 3 auf dem Weg zu G 7 in Essen trifft R 100 und P 1000

Rote Ballons empfingen die kleinen 3 Mitglieder aus der Borkener Attac-Gruppe (Claudia, Alex und mich) auf der Porschekanzel in Essen. Sich einzureihen in die bunte Demonstrantenschar war allerdings nicht einfach. Eine große Schar von Reportern aller Art (R 100) hatte das Gelände umstellt und infiltriert. Völlig unmöglich, sich einen Platz zu suchen, ohne in ein Mikro gesprochen oder einen Notizblock gefüllt zu haben. Szenenbeispiel:
R 100-Frage: Sie wenden sich, wie ihr Schild zeigt, gegen Hedgefonds – warum?
K 3- Antwort: Sie spekulieren z.B. mit Pensionsfonds-Geldern von Arbeitnehmern. Sind Hedgefonds pleite, türmen die Manager und die Arbeitnehmer sind ihre Alterssicherung los.
R: Warum sind Sie hier?
K 3: U.a., um mit Ihnen zu sprechen.
R: Das kann ich nicht senden! Sagen Sie es doch mal mit einem umfassenden Satz, was Sie wollen!
K 3: Dass ökonomische Gerechtigkeit allen Ländern und allen Sozialgruppen zugute kommt!
(Zufrieden mit dieser allgemeinen Weltanschauungsaussage zieht R ab zum nächsten K)

So langsam sichten die erfahrenen Demonstranten auch das gesamte Demo-Teilnehmerfeld: Attacis, Jugendgruppen mit und ohne Schwarz, WASG (alle Strömungen…), alte Linksgruppen und ganz alte Linksgruppen…, ein paar Grüne, keine sichtbare Präsenz von Gewerkschaften und Kirchen.

Nun auf zum Maskenball (s. Anhang). War ich froh, dass ich wenigstens nicht die USA-Maske erwischt hatte, Claudia und Alex hatten auch Glück. (Na, wer von uns steckt wo?) Großer Andrang aller Fotografen und Kameraleute. Meine Bereitschaft, für möglicherweise mitfotografierende Verfassungsschutzleute die Maske anzulüften, um ihnen die Arbeit zu erleichtern, wurde mit „hehehe“ quittiert.

Einige kurze gute Reden, dann ging’s los mit dem Zug. Allerdings nur einige hundert Meter weit. Dann befanden wir uns in der Unterführung unter dem Hauptbahnhof. Dort begann dann der berühmte „Essener Bahnhofskessel“. Einige Demonstranten hatten offensichtlich die Schals zu hoch gezogen (vermutlich aus dem kleinen schwarzen Block, der so etwas immer gern austestet). Vorne eine Kompanie Polizisten, links Stahlzaun, hinten eine Kompanie, rechts deren zwei….
Liebe Leute, die ihr euch schon auf Heiligendamm konzentriert: Die P 1000 hier waren ein kleiner Vorgeschmack auf die staatliche Sicherheitsgigantonomie, die dort Platz greifen wird.

Um rechtzeitig am Bahnhof und am China-Bistro zu sein, seilten wir drei uns etwas früher ab und eilten die große, fast leere Straße – ich glaube, sie heißt Huyssenallee – Richtung Hbf. (Schilder zusammengelegt, Fahnen eingerollt.) Auf einmal große Straßensperre. Fein gekleidete Banker etc. durften durch, nicht aber verdächtige Demonstrantentypen. Auch hier eine Dialog-Kostprobe:
P (barschen Tons): Kann ich mal ihre Schilder sehen, was steht darauf?
K: Mein Name ist D.S. und ich komme aus Borken, ich sehe bei Ihnen kein Namensschildchen – mit wem spreche ich?
P: Heiße H. und komme aus Münster

Kurz und nicht so gut: Wir duften nicht auf geradem Weg zurück zum Hbf, sondern mussten einen großen Bogen machen…
Schlusssatz: War eine richtig zünftige Demo. Hat Spaß gemacht. Machen wir wieder. (Nur Heiligendamm ist so verdammt weit…)

Für alle K 3s:
Dieter Sauerwald